Historische Architektur am Mittelrhein
Architektur & Kunstschätze
Die Kirche St. Margaretha entdecken
Über 700 Jahre Baugeschichte unter einem Dach
Die Kirche St. Margaretha verbindet mittelalterliche Baukunst, barocke Ausstattung und moderne Ergänzungen zu einem einzigartigen Kirchenraum. Jedes Detail erzählt ein Stück Geschichte.
Wer die Kirche St. Margaretha betritt, begegnet einem Bauwerk, das über Jahrhunderte gewachsen ist.
Der historische Chor aus dem 14. Jahrhundert, der Erweiterungsbau von 1954/1955, wertvolle Kunstwerke, historische Fenster und zahlreiche Ausstattungsstücke machen die Kirche zu einem bedeutenden Zeugnis regionaler Kirchen- und Kulturgeschichte.
Viele dieser Kunstschätze konnten nur durch das Engagement der Breyer Bevölkerung und des Kirchenbauvereins erhalten werden.
Der historische Chor
Das älteste erhaltene Bauteil der Kirche ist der Chor aus dem 14. Jahrhundert. Er besitzt eine sogenannte gestelzte Apsis mit einem charakteristischen Fünfachtelschluss. Diese Bauform zählt zu den besonderen Merkmalen mittelalterlicher Kirchenarchitektur und ist bis heute erhalten geblieben.
Trotz späterer Erweiterungen bildet dieser historische Bereich weiterhin das geistliche und architektonische Zentrum der Kirche.
Der Rokoko-Altaraufsatz
Zu den bedeutendsten Kunstwerken der Kirche gehört der Rokoko-Altaraufsatz. Er stammt aus der Zeit um 1750 und gelangte aus dem ehemaligen Prämonstratenserinnenkloster Mariaroth nach Brey. Der Altaraufsatz verbindet kunstvolle Schnitzarbeiten mit barocker Eleganz und prägt bis heute den Chorraum der Kirche.
Ursprünglich befanden sich dort Figuren der Heiligen Margaretha und des Heiligen Heinrich. Heute werden diese historischen Figuren nur noch zu besonderen Anlässen aufgestellt.
enDie Marien-Skulptur
Ein besonderes Kleinod ist die Marienfigur auf dem linken Seitenaltar.
Das Original stammt aus dem Ende des 13. Jahrhunderts und befindet sich heute im Mittelrhein-Museum Koblenz. Nachdem die Spur der ursprünglichen Madonna über Jahrzehnte verloren schien, konnte sie durch intensive Recherchen des Kirchenbauvereins wiedergefunden werden.
Im Jahr 2005 ließ der Kirchenbauverein eine originalgetreue Nachbildung anfertigen, die heute wieder ihren Platz in der Kirche St. Margaretha hat.
Die historischen Kirchenfenster
Zu den wertvollsten Ausstattungsstücken zählen die Kirchenfenster.
Ein Teil der Bleiglasfenster stammt aus der Zeit um 1430 und gehört damit zu den ältesten erhaltenen Kunstwerken der Kirche. Die Fenster wurden in sogenannter Grisaillemalerei gestaltet, einer besonderen Maltechnik in Grau-, Weiß- und Schwarztönen.
Dargestellt sind unter anderem:
- Heilige Margaretha
- Heilige Katharina
- Kaiser Heinrich
- Heilige Elisabeth
- Die Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes
- Jakobus der Ältere
Die Wandfiguren der Heiligen
An den Wänden der Kirche begegnen Besucher verschiedenen Heiligenfiguren.
Zu ihnen gehören unter anderem:
Heiliger Bonifatius: Der Apostel der Deutschen und bedeutende Missionar des frühen Mittelalters.
Heilige Margaretha: Die Schutzpatronin der Kirche und eine der Vierzehn Nothelferinnen.
Heiliger Johannes Nepomuk: Patron der Brücken, Beichtväter und Menschen in Wassergefahren.
Heilige Katharina von Alexandrien: Schutzpatronin von Schülern, Studenten und Gelehrten.
Diese Figuren erinnern an die lange spirituelle Tradition der Kirche und ihre Verbindung zur christlichen Geschichte.
Die Mayer-Orgel
Musik spielt seit jeher eine wichtige Rolle im kirchlichen Leben.
Im Jahr 2003 erhielt die Kirche eine neue Pfeifenorgel der Firma Hugo Mayer aus Heusweiler. Die Anschaffung wurde durch das Engagement des Kirchenbauvereins und die Unterstützung von Spendern ermöglicht.
Heute begleitet die Orgel Gottesdienste, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen in der Kirche.
Die Glocken
Die Glocken von St. Margaretha begleiten das Leben der Gemeinde seit Jahrhunderten.
Sie rufen zu Gottesdiensten, begleiten kirchliche Feste und erinnern an besondere Ereignisse im Leben der Gemeinde.
Besonders bemerkenswert ist die sogenannte Ur-Glocke aus dem Jahr 1724, die später zurückgekauft und am Bürgerhaus angebracht wurde.
Tradition und Moderne
Die Kirche St. Margaretha ist kein Museum.
Sie ist ein lebendiger Ort, an dem historische Architektur und moderne Nutzungsmöglichkeiten miteinander verbunden werden.
Durch die Kirchen-Raum-Entwicklung wurden in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten geschaffen: flexible Bestuhlung, moderne Lichttechnik, zeitgemäße Tontechnik, WLAN und barriereärmere Nutzungsmöglichkeiten
Dabei bleibt die historische Architektur stets Grundlage aller Veränderungen.
Entdecken Sie die Kirche St. Margaretha vor Ort
Viele Details, Kunstwerke und Besonderheiten erschließen sich erst beim persönlichen Besuch. Wir laden Sie herzlich ein, unsere Kirche selbst zu entdecken.